ZIM Kooperationsnetzwerk
REAChAble

REACh- und Arbeitsschutzkonforme, umweltfreundliche Prozesse zum dekorativen Galvanisieren

Ziel des ZIM-Kooperationsnetzwerks REAChAble ist es, den Bedarf an innovativen Prozessentwicklungen in den Bereichen zu analysieren und Realisierungswege aufzuzeigen.

Zielsetzung des ZIM-Kooperationsnetzwerks REAChAble

Projektgegenstand ist die Gründung und der Aufbau des Kooperationsnetzwerkes
„REAChAble – REACh- und Arbeitsschutzkonforme, umweltfreundliche Prozesse zum dekorativen Galvanisieren“.

Sunset day bedeutet im Zusammenhang mit der Europäischen Chemikalienverordnung REACh, dass eine Verwendung von Chromtrioxid ohne besondere Zulassung nicht mehr erlaubt ist. Die aktuelle Situation am Markt stellt sich so dar, dass die meisten galvanisierenden Unternehmen auf Sondergenehmigungen zurückgreifen, da es, insbesondere für kleinere Unternehmen, derzeit eine hohe wirtschaftliche Belastung ist, die Forschung und Entwicklung, sowie den Umbau der Anlagen alleine zu bewältigen. Daher werden diese Ausnahmegenehmigungen, sofern sie erteilt werden, genutzt, da es an alternativen Lösungen mangelt. In dem Netzwerk REAChAble soll es nicht nur darum gehen ein neues Verfahren für die Substitution von Chromtrioxid zu entwickeln. Dass solche Verfahren schon von diversen Anbietern zur Verfügung stehen, ist bekannt.

Die Problematik besteht darin, dass sich die meisten dieser Lösungen noch im Labormaßstab befinden. Zudem sind diese Lösungen individualisierte Lösungen und Lösungsansätze, die jedoch nicht für jedes Unternehmen übertragbar sind, was eine gleichbleibende Qualität massiv beeinflusst. Der grundsätzliche Innovationsbedarf kann nicht mit Insellösungen einzelner Produktionsbetriebe gelöst werden, sondern muss von Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette gemeinsam bearbeitet und umgesetzt werden.
  • Beizprozess von Kunststoffen Chrom (VI) frei
  • Alternative Kunststoffvorbehandlungsprozesse ohne die Verwendung einer Beize
  • Verchromung in Chrom(III) Elektrolyten
  • Verfahrenskombinationen wie z.B. PVD + Galvanik
  • Entwicklung neuer Messverfahren
  • Nickellässigkeit und langzeit Nickelabgabe

Die Kunststoff-Galvanik ist schon nach heutigem Stand unter Verwendung von Chrom(VI) sehr ausschussträchtig. Die neuen Chrom(VI) freien Verfahren sind keine „Plug and Play“ – Lösungen, sondern erfordern umfangreiche Umstellungen der Anlagentechnik und der Prozessführung. Neben den Investitionskosten besteht ein hohes technisches Risiko, sodass in der Umstellungsphase die Ausschusszahlen stark ansteigen. Um dieses technische Risiko zu reduzieren sind weitere umfangreiche Voruntersuchungen und Einzelfall bezogenen Prozessentwicklungen notwendig. Neuartige Beizprozesse, die ohne Chromtrioxid agieren, reagieren anders auf vorgeschaltete Prozesse wie das Compoundieren von Granulat und den Spritzgießprozess. Hier gilt es wichtige Einflussfaktoren herauszustellen, zu verstehen und zu berücksichtigen. Nötige, sehr ausführliche Vorversuche können kleinere Betriebe alleine nicht leisten, hierdurch sind deren Existenz und Arbeitsplätze gefährdet. Eine Abwanderung von Firmen ins Ausland ist nicht auszuschließen. Diese Frage- und Aufgabenstellungen sollen im Netzwerk gebündelt und gemeinsam bearbeitet werden.

Ein anderer Themenbereich, den wir im Netzwerk angehen möchten, ist die Problematik im Bereich der Metallgalvanik, die derzeit bei der Verchromung ohne den Einsatz von Chromtrioxid besteht. Eine stabile Prozessführung, wenn Bauteile aus Zinkdruckguss, Stahl oder Messing darin beschichtet werden, ist derzeit nur schwer möglich. Auch hier sind die vorhandenen Prozesse keine „Plug and Play“ Lösung. Bei der Kunststoffbeschichtung sind derzeit schon einige Chrom(III)-basierte Beschichtungselektrolyte verfügbar, anwendbar und bereits bei diversen Unternehmen in der Beschichtungslinie integriert. Hier stellt sich das Substratmaterial Kunststoff hinsichtlich seiner Beschichtbarkeit als beherrschbar dar. Bei der Beschichtung von Metallen, insbesondere Zinkdruckgussbauteilen, gibt es derzeit noch Probleme bei einer Beschichtung in Chrom(III)basierten Elektrolyten.

Ziel von REAChAble ist es demnach, Wissen, Kompetenzen und Potentiale entlang der Wertschöpfungskette der dekorativen Galvanisierung zu bündeln und gemeinsam an den bestehenden Problemstellungen zu forschen und zu entwickeln. Das Netzwerk erhält seine Stärke durch die heterogene Zusammensetzung der Projektpartner aus den Bereichen Metall und Kunststoff, um so ein möglichst hohes Potenzial an Innovationen zu erreichen. Dabei wird zusätzlich von der Branchenvielfalt profitiert, sodass in den einzelnen Projekten ganz neue Ansätze und Lösungswege entstehen können. REAChAble setzt neben der Einbindung von kleinen mittelständischen Unternehmen (KMU) auf die Zusammenarbeit mit größeren Unternehmen als assoziierte Partner, um die Wertschöpfungskette in allen Bereichen komplett abzubilden.

Entwicklungslinien des Netzwerks

Erste Ansätze in Bezug auf die Technologie- und Entwicklungsfelder sind: Neue Anforderungen an den Beschichtungsprozess, hochwertige Oberflächen ohne Verwendung von Chrom(VI)haltigen Prozessen, Materialforschung, Neuentwicklung von Messverfahren, Einfluss von Spritzgussparametern, Mögliche Substitutionen von Stoffen die unter Umständen ebenfalls auf den Anhang 14 gesetzt werden (Stichwort Borsäure), Nickelabgabe an den Körper, etc.

Werden Sie Netzwerkpartner!
  • Sie sind ein KMU (< 500 Mitarbeiter, < 50 Mio. EUR Jahresumsatz, < 43 Mio. EUR Jahresbilanzsumme) oder eine F&E Einrichtung (assoziierte Partner)?

  • Sie haben innovative Ideen, die Sie bisher nicht umsetzen konnten?

  • Wollen Sie Ihre Innovationen durch nicht rückzahlbare Fördergelder finanzieren lassen?

  • Sie suchen Partner für die Umsetzung Ihrer Ideen oder zur Erschließung neuer Absatzmärkte?

  • Ihre Technologiekomponenten und Ihre Geschäftsausrichtung passen in unser Portfolio?

Dann lassen Sie sich fördern!
Wir unterstützen die gesamte Antragsstellung und die Förderadministrationen.

Was wird gefördert?

Die Fördersäule ZIM-Kooperationsnetzwerke vereint die Förderung von Netzwerkmanagementdienstleistungen mit den Entwicklungsprojekten des Netzwerks. Die Netzwerke bestehen aus mindestens sechs kleinen und mittleren Unternehmen. Zusätzlich können weitere Partner teilnehmen (z. B. Forschungseinrichtungen, Hochschulinstitute, große Unternehmen und sonstige Einrichtungen wie Verbände).
  • Was ist ein ZIM-Kooperationsnetzwerk?
    Ein Kooperationsnetzwerk bezeichnet den Zusammenschluss von mindestens sechs KMU und Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen mit dem Ziel, gemeinschaftlich innovative Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen zu entwickeln und Verwertungskonzepte zu erarbeiten. Ziel ist die synergetische Zusammenarbeit auf einem oder mehreren Technologiefeldern von der Forschung und Entwicklung bis zur Vermarktung der F&E-Ergebnisse. Innerhalb eines Kooperationsnetzwerks werden sowohl das Management des Netzwerkes (ZIM-KN) als auch die Aktivitäten zur Entwicklung von F&E-Projekten (ZIM-SOLO, ZIM-KOOP) gefördert. Das Netzwerk wird von Netzwerkmanagern/-innen koordiniert.
  • Das Netzwerkmanagement – Kunststoff-Institut Lüdenscheid

    Das Kunststoff-Institut Lüdenscheid beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Steigerung der Qualität und Wirtschaftlichkeit von Spritzgussteilen aus Thermoplasten und deren Beschichtung. Das Institut fungiert als Bindeglied und Know-how Geber zwischen der grundlagenbasierten Hochschulforschung und den Industrieunternehmen, indem marktnahe, vorwettbewerbliche Innovationen im Rahmen der industriellen Forschung zur Marktreife entwickelt werden.

    Das Netzwerkmanagement wird vom Kunststoff-Institut Lüdenscheid (KIMW) durchgeführt. Das Institut unterstützt Unternehmen bei der Identifizierung von Ideen, hilft bei der Suche nach geeigneten Förderprogrammen und begleitet sie bei der Umsetzung.

    Die langjährige Erfahrung im Netzwerkmanagement zeigt sich auch durch den Aufbau diverser Netzwerke. So arbeiten im Netzwerk des KIMW Unternehmen und Forschungseinrichtungen unterschiedlicher Branchen im Verbund an gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Zudem werden Bildungsangebote für die Mitglieder organsiert.

    Das Cluster „Kunststoff-Institut Lüdenscheid“ ist ein gut funktionierendes, stetig wachsendes, auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes und ausschließlich durch Industriemittel getragenes Netzwerk. Die thematischen Schwerpunkte liegen in den Oberflächen- und Dekorationsverfahren für Kunststoffteile, in der Modifikation von Werkzeug- und Bauteiloberflächen durch Oberflächen- und Schichttechnologien sowie in der Analyse und Prüftechnik an Oberflächen und Kunststoffen. Bereits 2005 wurde das Netzwerk Trägergesellschaft Kunststoff-Institut e.V. mit seinen Partnern bei „Kompetenznetze Deutschland“, heute „gocluster“ für den Bereich Oberflächentechnik und Kunststoffe aufgenommen. Seit März 2013 trägt das Institut das Gold Label für Cluster Management Excellence. Weiterhin ist der Verein Trägergesellschaft Kunststoff-Institut Lüdenscheid aktives Mitglied bei Kunststoffland NRW und im Kreis der Stakeholder von NRW.Europa (02/2013). Erfahrung im Bereich Projektmanagement hat das KIMW seit mehr als drei Jahrzehnten aufgebaut.

Netzwerkstruktur – beteiligte Akteure

REAChAble besteht gleichermaßen aus meist kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU <500 Mitarbeiter) und Forschungseinrichtungen sowie größeren Unternehmen (>500 Mitarbeiter) als assoziierte Partner. Es bildet Anwender in der Kunststoff – und Metallverarbeitung und Beschichtung mit ihren Zuliefer- und Kundenketten ab, so dass die gesamte Wertschöpfungskette im Netzwerk dargestellt und durch gemeinsame und angewandte F&E-Aktivitäten mit ausgewiesenen Forschungspartnern erarbeitet und getestet wird. Gefragt sind Unternehmen und technische Dienstleister, die komplexe und hochwertige Kunststoff- und Metallprodukte herstellen, an die hohe Qualitäts- und Präzisionsanforderungen gestellt werden.

Nutzen und Vorteile für Netzwerkpartner
  • Sicherung Ihrer Innovationsfähigkeit
  • Einfacher Zugang zu Fördermitteln und zu überregionalen und internationalen Projekten
  • Entwicklungssynergien
  • Reduzierung von F&E-Kosten
  • Übernahme der Formalitäten durch Netzwerkmanagement
  • Unterstützung bei der Erschließung neuer Märkte
  • Ausbau und Weiterentwicklung von Innovationsstrategien über den eigenen Tellerrand hinweg
  • Realisation von bisher nicht umsetzbaren innovativen Ideen und Projekten

Förderung & Ablauf

In der zweijährigen Projektlaufzeit der Phase 2 werden die Netzwerkmanagementkosten neben den Eigenanteilen der Unternehmen mit Förderquoten von 70 % im ersten und 50 % im zweiten Jahr unterstützt. Kosten je Teilnehmer für die zweite Phase werden, abhängig von der Teilnehmeranzahl, voraussichtlich bei ca. 2.500 Euro pro Jahr liegen.

Phase 1: 01.07.2020 – 30.06.2021
Phase 2: 01.07.2021 – 30.06.2023

Kontakt und Ansprechpartner

Laura Waltermann
Telefon +49 23 51.10 64 – 138
waltermann@kunststoff-institut.de

Dominik Malecha
Telefon +49 23 51.10 64 – 132
malecha@kunststoff-institut.de

Kunststoff-Institut Lüdenscheid

Karolinenstraße 8
58507 Lüdenscheid
Deutschland
Tel: 0 23 51 - 1064 191
Fax: 0 23 51 - 1064 190
E-Mail: mail@kunststoff-institut.de

Rechtliches

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